Linde - Frühsommerlicher Blütentraum

Lindenblueten

"Wo wir uns finden wohl unter Linden zur Abendzeit..." lautet eine Textzeile im bekannten Volkslied "Kein schöner Land in dieser Zeit". Kaum verwunderlich, denn die Linde ist der Dorfbaum vergangener Zeiten schlechthin. Wer schon einmal im Juni am frühen Abend unter einem mächtigen, blühenden Lindenbaum gesessen hat, wird sich noch lange an den süßen, beruhigenden Duft der herrlichen Blüten erinnern.

Botanisches

Am häufigsten kommen bei uns die Winterlinde (lat. Tilia cordata) und die Sommerlinde (lat. Tilia platyphyllos) vor. Beide erkennt man gut an ihren herzförmigen, zugespitzten und am Rand gesägten Blättern. Wobei die Blätter der Sommerlinde beidseitig samtig behaart sind, die der der Winterlinde nur auf der Unterseite. Die Blüten der Sommerlinde erscheinen meist ab Anfang bis Mitte Juni, die Winterlinde blüht rund 14 Tage später. Der Blütenstand ist bei beiden Arten gut erkennbar am flügelartigem Tragblatt.Lindenblatt

Die Früchte sind unterschiedlich, die der Winterlinde sind eher oval-kugelig und in frischem Zustand zwischen den Fingern zerdrückbar, während sie bei der Sommerlinde steinhart und nicht zerdrückbar sind.

Linden können mächtige Bäume bis zu 40 Metern Höhe werden und ein Alter von über 1000 Jahren erreichen. Die vermutlich älteste Linde Österreichs ist die 1000-jährige Linde in St. Georgen im Attergau.

Mystisches über die Linde

Die Linde gilt seit jeher als Baum der Liebe und wurde meist mit einer weiblichen Liebesgöttin in Verbindung gebracht, so etwa bei den Germanen mit der Göttin Freya oder bei den Griechen mit der Göttin Aphrodite. Oft stand sie für Fruchtbarkeit, Liebe und Glück. Nach der Christanisierung Europas segnete Maria die Liebenden und an den Linden wurden häufig Marienkapellen oder sogar Marienwallfahrtsorte gegründet.

Der freundliche Baum wurde von unseren Vorfahren häufig als Orts- oder Hofbaum gepflanzt und war ein beliebter Treffpunkt für Tanzfeste, Hochzeiten und andere wichtige Versammlungen. So diente etwa die 1000-jährige Linde in St. Georgen im Attergau auch als Gerichtslinde. Der Überlieferung nach soll unter einer Linde die Wahrheit ans Licht kommen und Schuldige hier ihre gerechte Strafe erhalten.

Verwendung der Linde in der Küche

Frische, junge Lindenblätter schmecken mild und haben leichte Säure. Man kann sie direkt vom Baum naschen oder als Zutat für Salat, Pesto, Suppen oder Smoothies verwenden. Die Blätter können auch getrocknet und zu Blattmehl vermahlen werden, das man zum Beispiel Brot- oder Nudelteigen zusetzen kann.

Die Blüten sind eine richtige Delikatesse: ob in Getränken für Likör, Limonade, Eistee oder Sirup oder für feine Gelees, Gebäcke, zum Verfeinern von Zucker oder in Milch ausgezogen als Pudding sind sie perfekt geeignet!

Eines meiner Lieblingsrezepte mit Lindenblüten ist ein köstlicher Eistee. >>HIER<< kannst du dir das Rezept für den Lindenblüten-Erdbeer-Eistee als PDF downloaden.

 

 

 

 

 

 

 

Verwendung der Linde in deiner Hausapotheke

Lindenblüten enthalten viele Schleim-, Gerbstoffe und Flavonoide. Sie wirken schweißtreibend, abwehrsteigernd und hustenreizstillend und sind somit ein klassisches Mittel bei Erkältungskrankheiten. Eine sehr schöne Teemischung für Erkältungen wäre etwa 2 Teile getrocknete Lindenblüten und je 1 Teil getrocknete Holunder-, Mädesüß-, und Kamillenblüten.

LindenteeDarüber hinaus wirken sie leicht beruhigend und schlaffördernd, was sie optimal in eine beruhigende Abendtee-Mischung mit zum Beispiel Melissenblättern und Hopfenzapfen passen lässt.

Verwendung von Lindenblüten in deiner Kosmetik

Die Blüten wirken hautberuhigend und eine sehr schöne Idee ist es, sie in einer beruhigenden Schüttellotion einzusetzen. Lindenblueten

Dazu frische, leicht angetrocknete Lindenblüten in ein Glas mit neutralen Öl (z.B. Mandelöl) geben und zugedeckt rund 3 Wochen ausziehen lassen. Danach abseihen.

45 ml Lindenblütenöl mit 45 ml Lindenblütenhydrolat, 8 ml Weingeist (95% Vol.) und 2 ml Glycerin in eine Sprühflasche füllen. Als Gesichts- und Körperpflege nach der Reinigung vor Gebrauch gut schütteln und nicht im Augenbereich anwenden! Wirkt wohltuend bei feuchtigkeitsarmer, juckender Haut.

Du möchtest noch mehr über heimische Bäume erfahren und wie du sie verarbeiten kannst? Dann wäre mein E-book "24 heimische Bäume im Portrait" etwas für dich!

24 heimische Bäume im Portrait

Cover BaumportraitsEntdecke die Welt der heimischen Bäume! Lerne auf 24 Seiten ebensoviele heimische Bäume zu erkennen und erfahre welche Teile du wie in Hausapotheke, Küche und Kosmetik verwenden kannst. Zu jedem vorgestellten Baum gibt es darüberhinaus noch eine passende Rezeptidee wie zum Beispiel Oliven aus Kornelkirschen, Gelenksalbe mit Weide,  Douglasienbutter, Pappelknospensalbe uvm.

Folgende Bäume bzw. Sträucher werden vorgestellt: Ahorn, Weißtanne, Linde, Schwarzerle, Fichte, Lärche, Rotbuche, Schlehe, Stieleiche, Waldkiefer, Weißdorn, Schwarzpappel, Eberesche, Birke, Traubenkirsche, Hainbuche, Douglasie, Weide, Kornelkirsche, Mispel, Esche, Haselnuss, Ulme und Zirbe.

 Preis des E-books: € 3,00  >HIER geht es zum Bestelllink<